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Der Eurotunnel, Großbritannien und die EU – Eine Fahrt mit Höhen und Tiefen

Großbritannien und der Rest Europas führen seit der Entstehung des europäischen Gedankens 1946 eine holprige Beziehung, geprägt von stetigen Berg- und Talfahrten. Die Beteiligung an der Union beginnt schon zur der Zeit, als die EU noch in ihren Kinderschuhen steckte. Doch wieso scheint es dem Inselstaat eine bereitwillige Kooperation so schwierig zu fallen?

Selbstbestimmung ist für Großbritannien schon immer besonders wichtig gewesen.
Eine Gefahr und Einschränkung in diesem Recht sehen die Briten vor allem in der supranationalen Behörde. Viele traditionell nationale Angelegenheiten, wie etwa wichtige Entscheidungen über die Verwaltung ihrer Bodenschätze, stünden als EU-Mitglied unter Einfluss der EU.

Selbstbestimmung vor allem in finanziellen Angelegenheiten ist der primäre Grund für langwierige Verhandlungen bei EU-Versammlungen gewesen. Heute gibt es zahlreiche Sonderregelungen für Großbritannien.

Wirtschaftliche Gründe, waren Motivation für den Beitritt des Königreichs zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft. Eine tiefer gehende Verschmelzung mit anderen Staaten Europas und besonders der im EU-Vertrag beschworene “immer engere[] Zusammenschluß der europäischen Völker” war vielen ein Dorn im Auge.

Ein Wendepunkt der Beziehungen wurde daher in der Errichtung des Eurotunnels gesehen. Viele sahen in diesem ein politisches Symbol, womit Großbritannien endlich ein Statement zu seiner Position in der europäischen Union zu machen schien. Dass dieser einen hohen Stellenwert für die Regierung besaß, beweisen die Kosten des Baus von rund 15 Milliarden Euro. Der Eisenbahntunnel verbindet das europäische Festland zwischen Folkestone in Kent und Coquelles nahe Calais in Frankreich mit Großbritannien auf 50 km Strecke, mit einem Großteil des Tunnels unter Wasser.  Viele Pendler nutzen diesen Tunnel als täglichen Arbeitsweg und ersparen sich damit viel Mühe und hohe Kosten für Schifffahrten zwischen den beiden Ländern.
Als „Bindeglied“ zwischen der EU und Großbritannien und politisches Statement wäre dies nicht nur ein eindrucksvolles, sondern ein vor allem effizientes Bauwerk.

 

By Mortadelo2005 (en:Image:Course Channeltunnel en.png, by Weyoune) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html), CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/) or CC BY 2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.5)], via Wikimedia Commons

Doch tatsächlich scheint der Eurotunnel lediglich seinen effizienten Nutzen der Erleichterung des Personen- und Warentransports zu erfüllen.  Wie die Brexit-Verhandlungen im letzten Jahr zeigten, scheint es nun bald ein Ende für die Achterbahnfahrt der europäischen Mitgliedschaft Großbritanniens zu geben. Mit dem Entscheid am 23. Juni 2016 kündeten die Briten mit einer – wenn auch nur geringen – Mehrheit von 52% ihren Austritt aus der europäischen Union im Jahr 2019 an und nahmen dem Eurotunnel somit seine vermutete Symbolik.

Trotz der politischen Differenzen und instabilen Verbindung zwischen Brüssel und dem Inselstaat, nun ist der Eurotunnel wahrscheinlich die einzig stabile Verbindung in der Beziehung zwischen Großbritannien und der EU.

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